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Wirtschaftsausschuss tagte bei Maier Wild

Bad Wörishofen am 27. Oktober 2011

Ausbau der einzelnen Standorte geplant

Keineswegs aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus habe Maier Wild dieses Jahr mit dem norddeutschen Tiefkühlspezialist Geti Wilba fusioniert, sondern vielmehr sei er um eine gute Nachfolgegestaltung bemüht gewesen, erklärte Geschäftsführer Thomas Maier dem Wirtschaftsausschuss der Stadt, der in seinem Hause tagte. Seiner 19-jährigen Tochter wolle er alle Möglichkeiten offen halten, die Firma zu übernehmen, doch den Druck von ihr nehmen, es zu müssen. Zudem ergänzten sich die beiden Unternehmen geradezu ideal in ihrer Produktions- und Vertriebsstruktur. „Wir planen den Ausbau und die Weiterentwicklung der einzelnen Standorte, werden also keine Leute entlassen und die Gewerbesteuer wird auch weiter vor Ort fließen“, so Maier.

Dank seitens des Bürgermeisters für das klare Standortbekenntnis, die geleistete Investitionsbereitschaft und die Sicherstellung der Arbeitsplätze. „Wir verstehen uns als Dienstleister und haben nicht nur für die Firma Tricor die Gewerbesteuersenkung vollzogen, sondern wollen damit auch positive Akzente für alle Wörishofer Betriebe setzen“, betonte Klaus Holetschek. Interessiert ließ er sich mit den Ausschussmitgliedern von Thomas Maier über die Firmengeschichte, Zukunftsplanungen und das tägliche Geschäft informieren.

10,5 Millionen hat Maier Wild am Standort Bad Wörishofen in den vergangenen Jahren investiert. 170 Mitarbeiter (70 davon saisonal auf acht Monate beschränkt beschäftigt) erwirtschaften einen Umsatz von 45 Millionen im Jahr (Geti Wilba hat 800 Mitarbeiter, 98 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2010). „Praktisch bewegen wir 6000 bis 7000 Tonnen Wildfleisch im Jahr“, unterstreicht Maier die trockenen Zahlen. Er komme gerade aus Sibirien zurück und habe dort einen Vertrag geschlossen, 120 Tonnen Rentierfleisch zusätzlich jährlich zu verarbeiten.

Generell sei der Wildfleischmarkt ein Nischenmarkt. Dem höheren Risiko stelle er eine optimale, lückenlose Qualitätssicherung entgegen. Absolute Rückverfolgungssicherheit sei ebenso gegeben wie die Wahrung der Lebensmittelsicherheit entlang der gesamten Kette. „Jedes Jahr investieren wir rund 400 000 Euro in die Qualitätssicherung“, so Maier. In Deutschland werden 39 000 Tonnen Tiere im Fell erlegt, davon lediglich rund 30 bis 40 Prozent kommerziell vermarktet. Da der Wildkonsum aber wesentlich höher liegt, kaufe Maier Wild neben Deutschland auch aus eigenen Betrieben in Ungarn und Polen Wildfleisch hinzu.

Die Ausschussmitglieder konnten auch einige Wildprodukte verkosten und bekamen eine kleine Führung durch den Betrieb.

Text: Mindelheimer Zeitung
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